... Von der eigentlichen Baugeschichte der Michaelerkirche in Steyr läßt sich zur Zeit wenig berichten. Der Hauptgrund dieses baugeschichtlichen Mangels ist der, dass 1773 der Jesuitenorden aufgehoben wurde. Noch im selben Jahr verließen die Jesuiten ihr Kollegium in Steyr. Da keinerlei Errichtungs-und Baupläne der Kirche im Bereich der jetzigen Pfarre St.Michael auffindbar sind, besteht die Annahme, dass 1773 die Jesuiten bei ihrem Abgang von Steyr diese wertvollen Bauunterlagen alle mitgenommen haben. Es wäre daher ein interessantes Forschungsfeld, diese ganz konkreten Bauunterlagen wieder zu entdecken.
... Papst PIUS VII. stellte zwar 1814 den Jesuitenorden wieder her, aber das Kollegium zu Steyr am Michaelerplatz wurde von den Patres Jesuiten nicht wieder bezogen. Selbst der Grundriss für die Restaurierung der Kirche in den Jahren -1987 bis 1989- mußte maßstabsgetreu neu erstellt werden. Baugeschichtlich ist aus schriftlichen Überlieferungen nur bekannt, dass die Stadt Steyr auf kaiserlichen Befehl den Baugrund schrägnordostwärts gegenüber der Spitalskirche bereitstellen mußte, obwohl dort einige Häuser standen.
... Als Bauleiter wird der gelehrte Pater Markus Nojelius aus dem Jesuitenorden genannt, der zugleich erster Superior von Steyr war. Wie aus einem Schreiben des Ordensgenerals an P. Nojelius vom 23. Juni 1635 hervorgeht, war der eingereichte Bauplan für die Kirche zu diesem Zeitpunkt bereits genehmigt und an den Provinzial in Wien abgesandt. Einer Grundsteinlegung stand nichts mehr im Wege.
... Es scheint mir bemerkenswert... dass bereits im Herbst -1635- mit 15 Arbeitern begonnen wurde, die Häuser abzubrechen, der Bauplatz wurde geebnet, Steine, Sand und Kalk wurden beschafft.
Die Grundsteinlegung fand am Tag des "hl. Michael", am 29.September1635 , statt, der zum Kirchenpatron bestimmt war. Sie erfolgte feierlich durch Abt Anton SPINDLER unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung und mit einem Schauspiel zu Ehren des " heiligen Michael ".
... Zeitweise stockte der Bau, da es schwierig war, Mittel aufzutreiben. 1641 erst konnte die Eindeckung fertiggestellt werde. Aber heute bewundern wir die Konstruktion dieses gewaltigen, unter Denkmalschutz stehenden Dachstuhls. Im Christmonat - am wenigsten Saft im Holz - wurden die Stämme geschlagen. Bis heute, nach 350 Jahren ist das Holz " pumperlg'sund ". 1648 , nach dem Abschluß des Westfälischen Friedensvertrages fand am 7. und 8. Dezember die feierliche Kirchweihe statt. Durchgeführt wurde sie im Beisein der Prälaten von Garsten, Gleink und Seitenstetten, vom -Passauer Weihbischhof Ulrich Grappler von Trappenburg -.
... Aber erst 1677 wurde die Kirche vollendet und vom Passauer Fürstbischof Kardinal Johann Philipp" , Graf von Lamberg, konsekriert. Die Ausgestaltung der hohen und weiten Saalkirche zog sich also noch über -30 Jahre- hin. Und auch das -18. JH- hat nicht unwesentlich zum heutigen Gesamtbild beigetragen. So wurde die zweitürmige Fassade erst um -1770- durch Erhöhung der Türme auf 65m, durch deren Bekrönung mit den originell zugespitzten Helmen und durch die Szene des "Sturzes der gefallenen Engel" im Giebelfresko zu der uns heute vertrauten monumentalen Form.
... Das Innere wurde in typischen Bauformen der Jesuiten gestaltet. Die seitlichen Kapellen und Emporen zwischen den Strebepfeilern fundierenden starken Trennmauern geben Zeugnis davon. Die schlichte Stuckrahmung der Gewölbetonnen und flachen Stichkappen mit Lotospalmetten, Perl-und Eierstäben, läßt die frühe Periode barocken Dekors erkennen.
1666 wurde der erste Grundstein für die Franz Xaver Kapelle, der heutigen WOCHENTAGS-Kapelle, gelegt und im folgenden Jahr vollendet.
... Der mächtige, den ganzen Chorschluß einnehmende Hochaltar stammt aus den Jahren 1766/67. Dieser impossante Hochaltar - ad maiorem Dei gloriam - ist das Werk eines italienischen Meisters. Schließlich stammt aus diesen Jahren des Abschlusses um -1770 bis 1777- auch die reizvolle grüngoldene Rokoko-Kanzel, die im Jesuitenstil gehalten ist. Den Schalldeckel schmückt eine Darstellung des guten Hirten. Die frohmachende Botschaft von der Geburt Christi und von der Auferstehung des Herrn, wird nach wie vor dieser, dem Worte Gottes würdigen Kanzel aus verkündet.
... Die Kirche der Jesuiten ist der erste noch bestehende Sakralbau, der in Steyr begonnen wurde. Im Jahre 1906 schreibt Josef Harter (Steyr), dass der gesamte Bau der Renaissance angehörte. Die Kirche ist den Erzengeln Michael, Gabriel und Raphael geweiht, daher soll dem Besucher schon von außen das geistliche Patronat angekündigt werden. Die barock angehauchte Malerei stelt den Sturz der gefallenen Engel dar. Die beiden anderen Freskogemälde illustrieren Szenen aus den Evangelien und dem Buche " Tobit " . Gabriel verkündet Maria die Botschaft des Herrn. Raphael steht Tobias auf dem Wege von Charan nach Ninive beim Fischfang bei. Dieses später zerstörte Gemälde wurde 1977 getreu nach alter Vorlage durch den akademischen Maler Johann Rauchegger (Haag, NOE) rekonstruiert.
... Das Portal ist mit dem Prunkwappen des Fürstengeschlechtes von Eggenberg geschmückt. Das monumentale Portal 1677 trägt die Inschrift " HIC DEUM ADORA " (hier bete Gott an).Darüber steht in einer Nische eine Statue der Gottesmutter mit dem Jesukind, flankiert von den Apostelfürsten Petrus und Paulus.Im Inneren der Kirche tritt dem Besucher ein einschiffiges, vierjochiges Langhaus entgegen. Ein Stichkappentonnengewölbe auf Gurten, in den drei nördlichen Jochen tonnengewölbte Seitenkapellen und darüber Emporen runden das Bild ab. An allen Emporen sind schmiedeeiserne Gitter angebracht. Sie stammen aus dem 17.JH. Im südlichen Joch befindet sich die dreiachsige Orgelempore auf Kreuzgratgewölbe.
... An allen Gewölben der Kirche erfreuen Stuckverzierungen der Bauzeit mit Palmetten, Perl-und Eierstäben sowie vielen Engelköpfen den Beschauer. Dieser im Laufe der Jahre mehrmals übermalte Stuck wurde bei der letzten Kirchenrestaurierung 1987 bis 1989 auf seine ursprüngliche Farbigkeit zurügeführt.
Dabei wurden Fresken aus der Bauzeit mit den Darstellungen der vier Erzengel (Michael, Gabriel, Raphael und Uriel) freigelegt. Damit hat die Kirche in ihrer schmucken Schlichtheit wieder viel an freudig Sakralem gewonnen.
Die Gemälde stammen größtenteils von Franz Xaver Gürtler und seiner Ehegattin Katharina. Aber auch Gemälde von Altomonte sind zu bewundern. Spätbarocke Kreuzwegbilder, stammend aus Waldhausen im Mühlviertel, wurden bei der letzten Restaurierung für die Kirche erworben.
... Die Orgel ist ein Werk des Passauer Orgelbauers Johann Christoph Egettacher , der dieselbe für die Stiftskirche in GARSTEN baute, und wurde dort durch den berühmten Orgelbauer, dem Laibacher Diözesanpriester Xaver CHRISMAN , vervollständigt. 1787 wurde die Orgel nach erfolgter Aufhebung des Klosters in Garsten in die Vorstadtpfarrkirche St.Michael übertragen und 1900 durch den Linzer Orgelbaumeister LACHMAYR restauriert. Heute sind immer wieder große Meister auf der Orgel dieser Königin der Instrumente begeistert.
... Über den Seitenkapellen ziehen sich Oratorien hin, während sich auf beiden Seiten des Hochaltars Logen befinden, die von den Jesuiten, die im angebauten Kollegium residierten, benützt wurden. Gegenüber der linksseitigen Loge bezeichnet eine starke eiserne Türe die Paramentenkammer, die höchst sehenswerte Ornate, sowie mit Edelsteinen reich besetzte Kelche und Reliquien birgt.
... Besonders erwähnt sei der alte weiße Ornat, der zu den kostbarsten Österreichs zählt. Dieser wurde in den kritischen Jahren 1785 bis 1788 im nahen Garten an der Berglehne vergraben, damit er nicht abgeliefert werden durfte und später wieder hervorgeholt. 1870 wurde der Ornat gründlich restauriert. Ausserdem sind noch wertvolle Kelche aus der Jesuitenzeit vorhanden, die wegen ihres Kunstwertes wohl gerechte Beachtung und Verwahrung verdienen.
>> Das Bild der Stadt Steyr wird von der ehemaligen Jesuiten- und heutigen Pfarrkirche St-Michael geprägt. Lebendiger Ausdruck der sieghaften Glaubensfreude der katholischen Reform des 17.JH ist dieser frühbarocke Bau. Die Innenaustattung des 18. Jahrhunderts gipfelt im Hochaltar, einem Meisterwerk. Dieses vollendete Kirchengebäude ist seit zwei Jahrhunderten die Heimatstätte der Christengemeinde, die sich seinem Erbe verpflichtet weiß und dieses in die Gegenwart fortlebt.
>> Dem beschaulichen Betrachter der Kirche St-Michael in Steyr mögen die vielen IHS
... in hoc signo vinces ... (in diesem Zeichen wirst Du siegen) anregen. Jesus Christus ist uns Weg, Wahrheit und Leben bei der umfangreichen Restaurierung in den Jahren 1987-1988 und 1989 gewesen. Er ist es uns auch weiterhin für die Pfarre St-Michael. Seine zuvorkommende und begleitende Gnade sind für uns Schutz und Kraft. Auch die Kunst ist ein Fenster zu Gott.
Ad maijorem Dei gloriam
war der Leitspruch der Erbauer dieser Kirche. In diesem Sinne haben auch wir sie restauriert. Nachdem Sie nun dieses Gotteshaus mittels dieser Homepage betrachtet haben, möge Glaube, Hoffnung und Liebe auch für Sie zunehmen und Orientierung, sowie Halt sein.
>> Das Bestehen der Bruderhauskirche umgreift 500 Jahre. Dieses Kleinod war vorerst dem heiligen Antonius
(dem Einsiedler) geweiht. Später aber dem heiligen Geist. Somit freuen wir uns über die heilige Geist
Kirche. Viel Segen geht von ihr aus. Im Bruderhaus haben wir 16 Wohneinheiten für Studenten geschaffen. Lebendig ist das.
>> Mit unserem Bischof Ludwig Schwarz feierten wir am 29. September ( um 17 Uhr ) zum Michaelertag die heilige Messe
und anschließend die Segnung der Statue des hl. MICHAEL
sowie die Einweihung des sakralen VORPLATZES gemeinsam. Auch die NEU-Restaurierung der beiden Türme wurde gebührend gefeiert.
Ein wahres Meisterstück haben die Männer Ortner & Kofler mit ihren Mitarbeitern vollbracht.
Besonders aufschlußreich sind die historischen Funde (Urkunden) die unter dem Dach der Kirchturmspitze entdeckt wurden.
>> Genaue Termine werden noch bekannt gegeben
>> Hochzeiten, Taufen, Wanderungen, Reisen
>> (c) BILDERNACHWEIS & WEBDESIGN: cmg-artgallery 2012
>> Für den INHALT verantwortlich : | Prof.Dr. Alexander Kronsteiner | Steyr, Oberösterreich |